Mit «Aaaand … Scene / Und … Szene» eröffnet das neue Leitungsduo der Shedhalle seine fünfjährige Amtszeit und setzt mit dem Titel einen programmatischen Auftakt. Er bezieht sich auf eine Fehlübersetzung. Im Englischen markiert «and scene» das Ende einer Aufnahme, im Deutschen eröffnet «und Szene» eine neue; ein Spiel zwischen Abschluss und Aufbruch. Die Ausstellung versammelt zwölf künstlerische Positionen, die sich mit der Architektur des Ausstellens auseinandersetzen. Im Zentrum stehen sogenannte Re-Props: wandelbare Elemente, die zugleich künstlerische Arbeiten und räumliche Strukturen sind. Wände, Sockel oder textile Setzungen sind hier nicht neutrale Szenerie, sondern Akteure, die sich über die Dauer des Programms hinweg verändern und wiederkehren. In diesem offenen Gefüge begegnen sich unterschiedliche Ansätze. Etwa bei Abdul Sharif Baruwa (*1975, London), der aus übersehenen Materialien wie Karton oder Haushaltsresten ein präzises modulares System entwickelt. Ein System, das von Ingenieurslogik geprägt ist und dennoch offen für Veränderung bleibt. Auch Sarah Margnetti (*1983, Monthey) denkt Wandel als ästhetische Bewegung. Ihre grossformatigen Textilbilder greifen dekorative Maltechniken auf und verwandeln sie in semitransparente Membranen, die zwischen Oberfläche und Raum oszillieren. So entsteht in der Shedhalle eine Infrastruktur im Werden. Eine Versuchsanordnung, in der Ausstellungsarchitektur nicht Kulisse, sondern handelndes Prinzip ist und jede Geste bereits die Möglichkeit ihrer nächsten Transformation in sich trägt.