Vincent Grange
The Madwomen of Chaillot

Das Schaffen von Vincent Grange (*1997, Genf) ist ein stetig wachsender Kosmos von symbolischen Objekten, sprachlichen Codes und installativen Settings. Mit «The Madwomen of Chaillot» bei Fabian Lang überführt er verschiedene historische Referenzen der queeren Bewegung ins Heute. Der Titel der Schau bezieht sich auf ein satirisches Theaterstück des französischen Dramatikers Jean Giraudoux von 1943. Es gilt als Sinnbild der Auflehnung gegenüber einem oppressiven System. Ausgehend von LGBTQIA+-Erfahrungen greift Grange das Narrativ des Widerstands gegen Machtstrukturen und gesellschaftliche Normen auf subversive Weise auf. So beleuchtet er unter anderem die Ereignisse der Stonewall-Unruhen von 1969, in deren Gedenken die heutigen Pride-Paraden stattfinden, anhand von alltäglichen Objekten. In Pu__ing our spiked heel down (2025) etwa verunmöglicht ein Stiletto-Absatz an einer Schaufel das Auf- respektive Wegwischen der Scherben nach den Ausschreitungen. Ein mit Glitzer gefüllter Staubsaugerbeutel wiederum lässt auf den ersten Blick eine vergangene Party nachklingen. Die scheinbar leichte Szene von _hey wan_ _o break free (2025) kippt jedoch auf den zweiten Blick, da es sich bei den Glitzerresten um eine weggesaugte Transflagge handelt. Gegen den Versuch, queeres Leben aus dem öffentlichen Raum zu verbannen, setzt der Künstler auch mit den Werktiteln ein Zeichen: Den Buchstaben T ersetzt er durch einen Unterstrich als direkte Reaktion auf die Streichung des Buchstabens aus dem Akronym LGBTQIA+ unter der aktuellen US-amerikanischen Administration. Der Kampf ist noch nicht vorbei.

Beteiligte Künstler*innen: Vincent Grange
Aufgaben: Ausstellungskritik
Klient*in: Kunstbulletin
Jahr: 2025
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